Trauerbegleitung

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

 Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß wohl, dem Gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muss man leben.

 (Mascha Kaléko)

 

Aber wie damit leben? Wie wieder Freude und Glück empfinden ohne den geliebten Menschen?

Die Idee, das Verlorene endlich loszulassen, sich von Belastendem zu befreien, ist heute in unserer Gesellschaft weit verbreitet und wird nahezu immer geraten.

Doch in der Trauer geht es nicht ums „Loslassen“! Vielmehr geht es darum, eine innere Beziehung zum Verstorbenen aufzubauen, unter der schmerzlichen Bedingung seiner endgültigen Abwesenheit. Es geht darum, einen inneren Ort zu finden, an dem ich dem geliebten Menschen jederzeit begegnen und mit ihm in Verbindung treten kann. Trauer zeigt uns, dass wir etwas Wertvolles verloren haben, und das wollen wir nicht „loslassen“, sondern bewahren.

Den Verstorbenen im Inneren bewahren und im Außen trotzdem wieder „Ja“ zum Leben zu sagen, ist ein Weg, auf dem ich Sie wertschätzend und mitfühlend begleite.